Verheimlichen Medien Proteste in Frankreich? Europa im Würgegriff zweier Propagandagroßmächte

 
„Proteste in Frankreich, kein Wort darüber in den Medien“, „Medien verheimlichen Aufstand in Paris“ oder „Polizeigewalt in Frankreich und die Welt schaut weg“

Immer häufiger liest man in diesen Tagen derartige Meldungen in den Social Media Plattformen. Doch was ist dran an diesen Vermutungen? Wird hier etwas unter den Teppich gekehrt? Handelt es sich gar um so etwas wie eine Verschwörung, um uns etwas zu verheimlichen?
 
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Worum geht es bei diesen Protesten überhaupt?

Frankreich hat seit Jahren mit einer schlechten Wirtschaftslage und steigender Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Um dem entgegen zu wirken hat die französische Regierung eine Arbeitsmarktreform beschlossen, mit dem Ziel neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. Inhalte sind etwa eine Lockerung der 35-Stunden-Woche (gilt in Frankreich seit 15 Jahren) oder eine Erleichterung der Kündigungen betriebsseitig. Dies soll das Land auch für ausländische Investoren wieder interessanter machen.
 
Diese Maßnahmen werden jedoch insbesondere vom linken Sozialistenflügel als zu unternehmerfreundlich kritisiert. Sie befürchten schlechtere Arbeitsbedingungen und den Verlust sozialer Errungenschaften. Gewerkschaften, Studenten und Schüler protestieren deswegen seit Ende März unter dem Namen „Nuit debout“ (Die Nacht über wach (bleiben). Die Franzosen wollen verständlicherweise ihre erkämpften Privilegien nicht aufgeben.
 

Keine Berichte über die Proteste der Leitmedien?

Bereits über die Arbeitsmarktreform in Frankreich wurde zahlreich berichtet. So finden sich bei Google unter dem Suchbegriff „arbeitsmarktreform frankreich 2016“ 296.000 Einträge. Davon, dass Medien die teils gewalttätigen Proteste vollkommen unter den Tisch kehren wollen, kann keine Rede sein, es wurde bereits im April zahlreich darüber berichtet. Nur interessierten sich die Menschen hier bei uns offenbar erst dafür als es hieß „da wird was verheimlicht“.

Im folgenden eine Aufzählung von veröffentlichten Artikeln (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) in sogenannten Leitmedien: aus Deutschland dem als eher links-orientiert geltenden Spiegel, der bürgerlich-konservativen FAZ und aus Österreich von Die Presse (lt. Blattlinie bürgerlich-liberal) und Standard (linksliberal).
 
 

Spiegel Online
13.4.      „Nuit debout“-Proteste in Frankreich: Der Zorn wächst
13.4.      Fotostrecke Proteste in Frankreich „Aufrecht durch die Nacht
14.4.      „Nuit debout“-Proteste in Frankreich: Schulleiter fordern Schutz vor Demonstranten
15.4.      „Nuit debout“-Proteste: Hunderte Jugendliche randalieren in Paris
29.4.      Randale in Frankreich: „Die wollen sich nur prügeln“
3.5.        Umstrittene Reform in Frankreich: Hollandes Kampf mit der Seeschlange
14.5.      Bürgerprotest „Nuit Debout“: Plötzlich war die Wut da
24.5.      Raffinerieblockade in Frankreich: Heftige Kämpfe zwischen Polizei und Demonstranten
25.5.      Blockaden und Streiks: Gewerkschaften bekämpfen Frankreichs „Agenda 2010“
26.5.      Arbeitskampf in Frankreich: Auswärtiges Amt warnt vor Spritengpässen
26.5.      Kampf gegen Arbeitsmarktreform: Frankreich auf den Barrikaden
29.5.      Streiks und Proteste: Bigott in Frankreich

FAZ
11.4.      Polizei räumt „Nuit debout“- Camp in Paris
15.4.      Protestbewegung „Nuit Debout“ Hunderte Jugendliche randalieren in Paris
20.4.      Revolution in Frankreich? Was man mit Pflastersteinen alles machen kann
10.5.      Arbeitsmarktreform am Parlament vorbei
17.5.      Arbeitsmarktreformen – Hollande macht den Schröder
20.5.      Massenproteste und Streiks in Frankreich
24.5.      Arbeitskampf in Frankreich – Der Streik bekommt einen Schnauzbart, Brennende Barrikaden
26.5.      Blockaden in Frankreich – Vive la grève!
26.5.      Hollande am Ende – Es ist nur eine radikale Minderheit, die Frankreich mit Straßenprotesten und Bränden in Atem
26.5.      Genießt den Streik, die Reform wird fürchterlich
27.5.      „… denn es ist eine gute Reform“

Die Presse
15.4.      Paris: Jugendliche randalieren gegen Arbeitsmarktreform
15.4.      Pariser Frühling: Der Duft vom Mai ’68
29.4.      Paris: 30 Festnahmen nach gewaltsamen „Nuit debout“-Protesten
30.4.      Jugendliche in Paris: Aufrecht gegen sich selbst
2.5.        Paris: Polizei löst „Nuit debout“-Proteste gewaltsam auf
11.5.      Hollande spielt mit dem Feuer
12.5.      Frankreichs „Nuit Debout“-Protest kommt nach Wien
24.5.      Frankreich droht wegen Streiks der Sprit auszugehen
26.5.      Franzosen im Würgegriff der Gewerkschaften
26.5.      Frankreich: Die Gewerkschaft legt das Land lahm
30.5.      Frankreich: Streiks eskalieren vor Fußball-EM
1.6.        Frankreich verweigert Reformen und setzt auf die Revolution

Der Standard
3.4.        Paris: Massive Proteste gegen Arbeitsrechtsreform
9.4.        Ausschreitungen bei Protesten gegen Arbeitsrechtsreform in Frankreich
10.4.      Nachtwache in Paris: „Unsere Demokratie ist eine Illusion“
11.4.      Polizei räumte nach Protesten Pariser Platz der Republik
12.4.      Ausschreitungen am Rande der Pariser Protestbewegung
15.4.      „Nuit debout“ in Paris: Krawalle nach Hollande-Rede
16.4.      Erneut Randale bei Protesten der Pariser Nuit-debout-Bewegung
28.4.      Unibrennt auf Französisch gegen Arbeitsrecht
28.4.      Gewalt bei Protesten gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich
29.4.      Polizei löste „Nuit debout“-Proteste in Paris gewaltsam auf
2.5.        Polizei löste erneut „Nuit debout“-Proteste in Paris gewaltsam auf
3.5.        Frankreich rüstet zum letzten Gefecht für die Arbeitsmarktreform
10.5.      Hollande umgeht Parlament für liberaleres Arbeitsrecht
18.5.      Arbeitsmarktreform: In Frankreich verhärten sich die Streikfronten

 

Wie man sieht, wurde in diesen Medien (und auch vielen anderen) seit Anbeginn der Demonstrationen berichtet. Mit Bildern, Videos und starken Worten („Ausschreitungen“, „randalieren“, „gewaltsam“, „eskalieren“…). Sieht so eine „Verheimlichung“ aus? Wohl eher nicht. Freilich, bis es die Ausschreitungen auf die Titelseite der Krone oder Österreich schaffen wird es wohl noch ein bischen dauern, sind doch weder Flüchtlinge noch Moslems in die Vorgänge involviert.
 

Woher kommen die Vorwürfe?

Es kursieren zahlreiche Videos über die Proteste im Internet, immer begleitet mit einem Vorwurf, dass Medien etwas verschweigen würden. Viele dieser Videos wurden produziert von RT. RT (ehemals Russia Today) ist ein vom russischen Staat finanzierter Auslandsfernsehsender mit nachrichten- und informationsorientiertem Programm mit Sitz in Moskau.
rt sender
Dieses Video wurde von der Facebook-Seite Killuminati in Umlauf gebracht. Hinter der anti-amerikanischen Seite Killuminati steckt Moustafa Kashefi auch Ken Jebsen (KenFM) genannt.
„Seine Verschwörungstheorien ( – den Nazis und Islamisten ähnlich – ) reichen von den welt-lenkenden Illuminati, über die welt-lenkenden Juden (Zionisten), bis hin zu dem ( – immer und immer wieder zur Schuld verdonnerten – ) USA, NATO, EU und sowieso die Juden… Es wird auf dieser Seite der Eindruck erweckt, es würde um Frieden und Freiheit gehen. Es ist das genaue Gegenteil. Unter dem pseudo Spruch “Friede und Freiheit” “Unterdrückung” versucht eine islamisten Bewegung in Europa für politischen Chaos zu sorgen. Denn die gesamte Aktion wird aus dem Hintergrund von Islamisten gesteuert, die versuchen über Verschwörungstheorien, die Schuld am Elend der Welt (wie die Nazis damals) auf die Juden, USA und die sogenannten “Zionisten” zu lenken. Dies hat nichts mit Friede und Freiheit zu tun, sondern schürrt Hass, der absolut irreal,naiv und zudem dem typischen Hassbild eines Islamisten ähnelt.“
Quelle: https://killuminati666.wordpress.com/2014/04/24/wer-steckt-hinter-der-anti-juden-facebookseite-killuminati-for-wakeup/

killuminati

 


Man kennt ja diese „Theorien“ wonach die USA etwa die Flüchtlingskrise inszeniert hätten um Europa zu destabilisieren, NWO, Vermischung der Völker usw. Nun gibt es aber ebenso Gerüchte wonach Russland ebenso Geld und Propaganda in die Hand nimmt, mit dem gleichen Ziel: Europa zu destabilisieren. So gibt es etwa einen Bericht eines politischen Forschungsinstitutes in Ungarn (!), in dem 15 rechtsextreme Parteien in Europa als „committed to russia“ (Russland gegenüber verpflichtet) bezeichnet werden. Mit dabei: die österreichische FPÖ. Nähere Infos dazu, in diesem Artikel: FPÖ: Aus Liebe zu Russland. Wenig überraschend deshalb, dass gerade Politiker dieser Partei auf diesen Zug mit aufspringen:
Den Verbreitern dieser These des „Zurückhaltens von Informationen“ scheint es nicht um die Sache selbst zu gehen, sondern ausschließlich darum, die Leute im Glauben zu lassen, dass ihnen etwas verschwiegen wird, wodurch diese wiederum den geplanten Zorn gegen gewisse Menschen/Medien/Organisationen entwickeln.
 
Ein unheimliches Szenario. Die USA haben ihre „Kräfte“ um Europa zu destabilisieren bzw. um Einfluss zu gewinnen, ebenso aber die Russen. Mittendrin – faktisch im Würgegriff dieser beiden Propaganda-Großmächte – die Europäer.
 

 

 

 

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