Tod im Mittelmeer

Während sich Europa immer erfolgreicher gegen die Flüchtlingswelle abschottet, steigt die Zahl der Menschen die bei ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken, dramatisch an. 2015 starben insgesamt 3.770 Personen auf diese grauenvolle Weise. Heuer beträgt die Zahl derer, die ihre Suche nach einem besseren Leben mit dem Tod bezahlen, bereits 2.933.

 

Infografik: Tausende Flüchtende sterben im Mittelmeer | Statista
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Der überwiegende Teil dieser Unglücke passierte auf der sogenannten zentralen Mittelmeer-Route. Diese Route führt über Agadez (Niger) und danach direkt oder indirekt über Lybien nach Lampedusa oder Malta. Sie wird vor allem von Flüchtlingen aus Westafrika und vom Horn von Afrika genutzt. In Eritrea herrscht eine brutale Dikatatur, es gibt Hinrichtungen, Folter und Sklaverei. Aus Ländern wie Senegal, Gambia oder der Elfenbeinküste fliehen viele aufgrund der wirtschaftlichen Perspektivenlosigkeit. Durch das Abriegeln der Balkan-Route wurden die Hilfesuchenden gezwungen auf diese längere und gefährlichere Route auszuweichen. Die Schlepper setzen auf seeuntaugliche Boote und kalkulieren, dass europäische Patrouillen die Flüchtlinge aufgreifen.

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(c) Screenshot: https://missingmigrants.iom.int/mediterranean

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Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

 

Überblick über alle Flüchtlingsrouten im Mittelmeer

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In Italien gab es 2016 77.436 Ankünfte von Flüchtlingen. 2.521 starben, d.h. mindestens 3 von 100 Menschen überleben diese Reise nicht.

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Übersicht der Unglücksstellen

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(c) Screenshot: http://missingmigrants.iom.int/

 

Seit dem Jahr 2010 ertranken mindestens 23.000 Menschen bei dem Versuch europäisches Land zu erreichen.

 

„Wenn ihr die Zäune bis zum Himmel baut: Wir werden sie überwinden.“
Alfa aus Mauretanien, Flüchtling am Zaun von Calais

 

Weiterführende Links:

Interaktive Karte der Flüchtlingsrouten: http://migration.iom.int/europe/

Interaktive Karte der Unglücksstellen: http://missingmigrants.iom.int/

 

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