schwarz-rot-gold – kein Signal Herr Hofer?

Immer wieder muss sich Norbert Hofer Vorwürfe aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Burschenschaft “Makro Germania” Gefallen lassen. Insbesondere das Tragen des schwarz-rot-goldenen Bandes sorgte für Irritierung. In einem Interview mit dem Standard beantwortete Norbert Hofer die Frage

“Dass Sie mit dem schwarz-rot-goldenen Band auf dem Akademikerball eine Doppelbotschaft aussenden, nehmen Sie in Kauf?” folgendermaßen

“Das sind die Urfarben der Burschenschaft von 1815. Das ist der Grund, warum Burschenschafter dieses Band tragen. Diese Farben sind erst viel später die Farben der Bundesrepublik Deutschland geworden. Hier wird kein Signal ausgesandt.”

In einem hat Hofer recht, die Farben schwarz-rot-gold wurden erst spät die Farben der Bundesrepublik Deutschland. Die Suche nach dem Ursprung dieser Farbkombination mündet im “Lützowschen Freikorp“. Dies waren Freiwillige, die für für die preußische Armee zwischen 1813 und 1815 zwar recht glücklos gegen Napoleon kämpften, es aber dennoch zu großen Ruhm und Ehre schafften. Der Grundgedanke der Korpsführung war ein Kampf zur Errichtung eines einheitlichen Deutschlands. Ihre Uniform: schwarz-rot-gold. Österreich war zu dieser Zeit ein Kaisertum.

1815 kamen es zur Gründung der ersten Burschenschaft (Urburschenschaft) in Jena mit dem Wahlspruch “Freiheit, Ehre, Vaterland” und mit den drei Farben des legendären Lützower Freikorps schwarz-rot-gold, die als Dreifarbband getragen wurden.

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Von Anfang an verbanden sie bürgerlich-demokratische Ideen mit völkisch-nationalem, rassistischem und antisemitischem Gedankengut. So wurden schon 1817, beim Wartburgfest, das von Burschenschaften als legendäres Gründungsfest angesehen wird, Bücher von antinationalen und jüdischen Autoren verbrannt. Bereits 1820 verlangten Korporierte den Ausschluß der “vaterlandslosen Juden”. Die 1902 als Dachverband neugegründete Deutsche Burschenschaft verlieh in ihren Eisenachern Beschlüssen ihrer Überzeugung Ausdruck, “daß die ererbte Rasseneigenschaften der Juden durch die Taufe nicht berürt werden”. 1

Wenn diese Farben für die Urburschenschaft stehen, dann spielgen sie auch den Grundgedanken der deutschen Einheit wider. Die Geschichte der Urburschenschaft ist allerdings eine deutsche Geschichte und hat mit Österreich nichts zu tun. Warum dann diese ständige, von einer latenten Melancholie begleitete, Schielen zum großen Bruder? Fast die Hälfte der FPÖ-Abgeordneten im Nationalrat gehören einer deutschnationalen Burschenschaft an. Wahre Österreicher, aber im Herzen doch lieber Deutsche?

Wenn Norbert Hofer sagt, dass mit dem Tragen eines schwarz-rot-goldenen Bandes bei einem Ball zu dem ganz Österreich schaut kein Signal ausgesendet wird dann muss das für die Burschenschafter eine ziemliche Beleidigung darstellen.


 

 

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